Bambus als Lebenshilfe 20.02.17

Die Autorin, Lyrikerin und Malerin Chao-Hsiu Chen schreibt in ihrem Buch zu dem „Bambus Orakel“ folgende altchinesische Weisheit als Lebenshilfe:

„So spricht der Bambus“

„Seit alters her gelte ich als Sinnbild für die edle Wesensart des Menschen. Weder durch Blüten noch durch Früchte suche ich andere zu bewegen; ich besteche und beschwatze keinen. Ich bin, wie ich bin: still, genügsam, tief verwurzelt. Auch wenn der Wind all seine Kraft zusammenballt, vermag er mich nur zu beugen, doch brechen kann er mich nicht, denn meine Gelenke sind zu stark. Sie gleichen der Unbescholtenheit und dem gerechten Fühlen der Tugend.

Innen bin ich frei von jeder Last und voll von Offenherzigkeit und Leere, Demut und Bescheidenheit. Dieser Leere entspricht, wie Lao Tse sagt, die Fülle: Nur ein leeres Herz ist stets bereit zu lernen- und alles, was im Innen lebt, trägt zur Seelenfülle bei.

„Ohne Essen wird man schwach – ohne Bambus verliert man die Anmut“, so schrieb der  Dichter  Su Tung Po, der voller Herzensgüte war.

Doch um zu diesem edlen Charakter zu erwachsen, will ein langer Weg begangen sein. Auch ist es nötig zu erkennen, welche Gaben sinnvoll auszubauen sind und welche im Verborgenen ruhen mögen. Denn diese Gaben sind nur der Schlüssel zu der Weisheit, die schon immer in mir liegt. Und du allein nur kannst sie erwecken. Wenn ich dir dabei als Vorbild dienen darf, wird es dir bald gelingen…“.