Zusammenhang von GLÜCK und GESUNDHEIT

„Wer glücklich ist, lebt gesünder“

Zu den Fragestellungen, die bei der Vermessung des Glücks eine Rolle spielen, gehört auch die nach dem Zusammenhang von Glück und Gesundheit. Gibt es den?

Professor Frey: Ja, den gibt es! Glück wirkt sich positiv auf den Körper aus. Wer glücklich ist, der lebt gesünder und auch länger. Früher wurden solche Erkenntnisse entweder als profan oder als Ammenmärchen abgetan. Inzwischen liegt jedoch eine Vielzahl seriöser, sprich belastbarer Studien vor allem aus dem angelsächsichen Raum vor.

 

So konnten Forscher der Columbia-Universität in New York nachweisen, dass das Risiko für einen Herzinfarkt umso geringer ist, je positiver die Lebenseinstellung ist.

Britische Wissenschaftler wiederum fanden heraus, dass Menschen mit einer depressiven Neigung fast dreimal so häufig an Herzversagen sterben wie gleichaltrige Nicht-Depressive. 

Professor Dr. Dr. Bruno S. Frey, geboren 1941 in Basel, lehrt seit 1977 Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich und ist seit 2010 Professor of Behavioural Science an der Warwick Business School der University of Warwick in Großbritannien. www.bsfrey.ch

 


Können Menschen informiert, trainiert und angeleitet werden, sich glücklich zu fühlen?

„Prof. Dr. Ruut Veenhoven von der Erasmus-Universität Rotterdam erforscht seit Jahren das Zusammenspiel von Glück und Gesundheit.

Seine 30 Einzelstudien bestätigen:

  • Glücklichsein schützt konkret vor Herzinfarkten, Infekten und Diabetes
  • Natürlich auch vor Depression
  • Wenn Menschen bereits schwer krank sind, verlängert ein positiver Gemütszustand nicht das Leben, wohl aber die Lebensqualität.

So fordert Prof. Ruut Veenhoven eine Gesellschafts- und Gesundheitspolitik, bei der das Glücksempfinden des Einzelnen gestärkt wird. Dafür können Menschen informiert, trainiert und angeleitet werden, sich glücklich zu fühlen und auf einen Gutteil ihres Stresses zu verzichten.  Auf diese Weise würden weniger Personen krank und die Kosten einer Behandlung könnten somit für eine sinnvolle Vorsorge verwendet werden“.

(Dr. med. E. Hirschhausen in seinem Buch „Glück kommt selten allein…“)

 

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Tobias Esch ist Professor für Integrierte Gesundheitsversorgung und -förderung

 Der Experte für „Mind Body Medizin“ forscht unter anderem zum Thema „Glück“.

„…Außerdem wollte ich wissen, ob wir von diesen optimistisch eingestellten Menschen etwas lernen und das dann auch anderen beibringen können. Diese Frage hat Esch für sich mittlerweile mit einem klaren „Ja“ beantwortet. Seine Erkenntnisse hat er in dem Buch „Die Neurobiologie des Glücks“, das im Jahr 2013 auf Platz eins der Medizin-Bestsellerliste in Deutschland stand, weitergegeben. Er schreibt:

„Glück senkt den Stresslevel und stärkt die Immunabwehr. Außerdem schütten glückliche Menschen geringere Mengen des Stresshormons Cortisol aus, bekommen seltener Diabetes, Bluthochdruck und Herzinfarkte …

… So leben glückliche Menschen länger (ein „glückliches Leben“ korreliert, je nach herangezogener Studie, mit einer um 5-10 Jahre höheren Lebenserwartung), sie werden seltener krank, erkranken weniger schwer und/oder werden schneller wieder gesund.“

Tobias Esch, Die Neurobiologie des Glücks – Wie die Positive Psychologie die Medizin verändert, 2. Auflage.

 


 Homepage der Bundesregierung zum Bürgerdialog

„Zufriedene Menschen leben länger:

Wie hängen der gesundheitliche Zustand und die Lebensqualität eines Menschen zusammen? Prof. Dr. med. Malek Bajbouj, Neurowissenschaftler und Arzt an der Charité in Berlin, spricht über den Einfluss von positivem Wohlbefinden auf das Immunsystem.“

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Der Zusammenhang zwischen Glück, Gesundheit und Lebenserwartung ist von der Glücksforschung wiederholt untersucht worden. 

Kurz und bündig: Glück ist nicht nur ein von fast allen Menschen zu allen Zeiten erstrebter Gemütszustand. Vielmehr tragen eine hohe Lebenszufriedenheit und viele angenehme Emotionen, Gefühle oder Stimmungen wesentlich zu einer besseren Gesundheit und einem gesunden längeren Leben bei.

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Glückliche Menschen werden seltener krank

Forscher von der Universität von Wisconsin haben herausgefunden, dass zwischen den Gefühlen und dem Immunsystem ein direkter Zusammenhang besteht: Optimismus stärkt die Immunabwehr. Eine bestimmte Hirnregion, der präfrontale Kortex, beeinflusst die Abwehrkräfte.

 

Und: Wer viel lacht, kurbelt die körpereigene Hormonproduktion an, Hormone, die Stress abbauen und Schmerzen lindern.

 

 

Mehr Antikörper bei positiver Stimmung

Richard Davidson von der Universität Wisconsin hat dies bei 52 Testpersonen getan. Seine Studie, über die das amerikanische Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Science“ berichtete beweist, dass ein direkter Zusammenhang zwischen den positiven Gefühlen und der Immunabwehr besteht.

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Zusammenfassend zeigt sich also, dass glückliche Menschen tatsächlich länger leben und gesünder sind. 

„Don’t worry – be happy“ ist also nicht nur irgendein Songtitel, sondern sollte durchaus als Aufforderung verstanden werden.

Psychosoziale Gesundheit

„…immense Verluste, Schäden und Kosten durch psychosoziale Störungen und Erkrankungen (Nefiodow, 2014). In diesem Bereich schlummern derzeit die größten Innovations-, Produktivitäts- und Wachstumsreserven.

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